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DEAD LETTER OFFICE

von Bernd Watzka


12.04. 2016 im VOTE


ZUM STÜCK
Karriereverweigerer, Nihilist oder unerschrockener Held des Anti-Kapitalismus – der Kanzleiangestellte Bartleby aus der gleichnamigen Erzählung von Herman Melville („Moby Dick“) fasziniert seit mehr als 150 Jahren seine Leser. WIENDRAMA bringt die grandiose, erschreckend zeitgemäße Geschichte unter dem Titel DEAD LETTER OFFICE auf die Bühne.



INHALT
Als neuer Angestellter in einer Rechtsanwaltskanzlei zeigt Bartleby fachliche Qualitäten: Er erledigt seine Aufgaben prompt, ruhig und professionell. Zur Verwunderung aller verweigert Bartleby jedoch von einen Tag auf den anderen sämtliche Dienstanweisungen: „Ich möchte lieber nicht“ wird seine höfliche Standard-Antwort. Der Rechtsanwalt ist perplex angesichts der entwaffnenden Sanftheit von Bartleby und entwickelt Mitgefühl mit dem schweigsamen Außenseiter. Er könnte Bartleby wegen Arbeitsverweigerung hinauswerfen – doch er bringt es nicht übers Herz. Im Gegenteil: Je weiter sich Bartleby zurückzieht, desto aufopfernder kümmert sich der Anwalt um den Sonderling. Um Bartleby nicht vor die Tür setzen zu müssen, zieht der Anwalt selbst aus dem Büro aus. Bartleby bleibt allein zurück. Die Nachmieter lassen den „Hausbesetzer“  ins Gefängnis bringen. Dort verweigert Bartleby die Nahrung. Er verstummt in einer Welt des Gequatsches und Lärms. Bis zuletzt versucht der Rechtsanwalt, seinen „Freund“ zu retten – doch Bartleby geht an seiner Lebensverweigerung zugrunde.



DARSTELLER
Aleksander Studen-Kirchner, der auch für Regie verantwortlich zeichnet, brilliert in dem Stück als Chef einer durchgeknallten Kanzlei. Niklas Winter gibt souverän mit stoischer Gelassenheit den traurigen Helden Bartleby, der an den neo-liberalen Verhältnissen des modernen Arbeitsmarktes zerbrechen wird.  Helen Zangerle wandelt sich furios von einer Aggro-Kollegin zur Wutbürgerin und „Bartleby-Versteherin“, während Julia Prock-Schauer als Büro-Tussy überzeugend den Überlebens-Opportunismus am modernen Arbeitsmarkt zur Diskussion stellt.



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